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Moderne Galerie erhält Qualitätssiegel Hören mit Herz

09.02.2018

Die Moderne Galerie in Saarbrücken ist das erste saarländische Museum, das das Qualitätssiegel „Hören mit Herz“ des Netzwerk Hören als besondere Anerkennung erhält. Seit Wiedereröffnung hält sie ein barrierefreies Angebot auch für schwerhörige Menschen bereit.

Ein wichtiges Kriterium sind Führungen mit FM-Anlagen, die über Induktionsschleifen oder Kopfhörer zu einer Hörerleichterung beitragen. Bei der Anschaffung dieser Anlage wurde die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz durch das Investitionszuschussprogramm für hörfreundliche Anlagen unterstützt. Das Wirtschaftsministerium hatte 2017 dafür landesweit 100.000 Euro an Fördermitteln für Investitionen zum Ausbau des Netzwerks Hören zur Verfügung gestellt hat.

Die FM-Anlagen werden bei allen öffentlichen Führungen eingesetzt und können von Gruppen gebucht werde. Damit können selbst große Gruppen Hörkomfort erleben. Der Einsatz von Personenführungsanlagen garantiert ein entspanntes Zuhören für alle Besucher. Und vor allem kommen schwerhörige Menschen in den Genuss, an Veranstaltungen ohne Höranstrengung teilnehmen zu können.

Der Kassenbereich ist mit einer Induktionsschleife ausgestattet, so dass auch hier eine gute Kommunikation gewährleistet ist. Ebenso wurde das Personal durch das Netzwerk Hören geschult, um auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingehen zu können. Dazu gehören langsames und deutliches Sprechen, Geduld, ein klares Mundbild, damit von den Lippen abgelesen werden kann, und weitere Hilfsmittel.

Birgit Grauvogel, Geschäftsführerin der Tourismus Zentrale Saarland (TZS), überreichte das Qualitätssiegel „Hören mit Herz“ an Dr. Roland Mönig, Kunst- und kulturwissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, in der Modernen Galerie.

Das Netzwerk Hören freut sich über das Engagement des Saarländischen Museumverbandes. „Durch aktive Unterstützer wird das Netzwerk gestärkt und das Angebot für diese Gästegruppe ist ein wichtiger Schritt in Richtung Inklusion", so Birgit Grauvogel, „neben der Modernen Galerie entstehen durch das Netzwerk Hören viele weitere Angebote für diese Gästegruppe." Das Saarland nimmt damit eine Vorreiterrolle im Deutschlandtourismus ein.

 Die Moderne Galerie erhält viel positive Resonanz zu den Führungen mit FM-Anlage. Neben den Betroffenen schätzen auch alle anderen Besucher das neue Angebot, da das entspannte Hören und Verstehen eine intensivere Wahrnehmung der Ausstellung zulässt.

„Die Erfahrungen, die wir mit der neuen FM-Anlage machen, sind durchweg sehr positiv, und wir sind stolz darauf, als Museum eine Vorreiterrolle spielen zu können, was die Einbeziehung von Menschen mit eingeschränktem Gehörsinn betrifft. Darüber hinaus erleichtert die Anlage allen Besuchern, die die Moderne Galerie im Rahmen von Führungen erkunden, den Zugang zur Kunst. In dem großen Besucheransturm, den wir nach der Wiedereröffnung erlebt haben, hat die Anlage ihre großen Vorteile schnell unter Beweis gestellt: Mehrere geführte Gruppen konnten gleichzeitig durch die Ausstellungen gehen, ohne sich gegenseitig zu stören.“ sagt Dr. Roland Mönig.

Für das Qualitätssiegel „Hören mit Herz“ wurden Kriterien entwickelt, die den Bedürfnissen der Betroffenen gerecht werden und ihnen Orientierung geben, welche touristischen Angebote auf sie zugeschnitten sind. Touristische Dienstleister haben mit dem Kriterienkatalog eine Hilfestellung an der Hand, um ihr Angebot auf diese Zielgruppe auszurichten. Netzwerkleiterin Carola Heimann erläutert: „Das reicht von der Ausstattung der Unterkunft mit hörfreundlicher Technik, wie z. B. Lichtwecker, über Kommunikationshilfen in der Tourist-Information bis hin zu Gästeführungen mit FM-Anlage.“ Die Moderne Galerie gesellt sich zu acht weiteren bereits anerkannten Trägern des Qualitätssiegels „Hören mit Herz“ im Saarland.

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