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„Barrierefreies Reisen: Das Saarland wird hörbar“

17.01.2018

Das Netzwerk Hören kümmert sich darum, dass Freizeit- und Tourismusangebote ohne Höranstrengung wahrgenommen werden können. In einem gemeinsamen Studienprojekt mit der htw saar beschäftigten sich Studierende intensiv mit dem Thema Reisen mit Höreinschränkung im Saarland. Die Ergebnisse wurden am 17. Januar vorgestellt.Von Hörverlust ist eine breite Bevölkerungsgruppe betroffen. Damit einher geht oft ein Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben.
 
Auf Grundlage der bisherigen Arbeit des Netzwerk Hören entwickelten die Studierenden des Studiengangs Freizeit-, Sport-, Tourismus-Management der htw saar ab Oktober exemplarische Hörkomfort-Inseln. Drei Standorte dienten dazu der Feldstudie: der Saarpfalz-Kreis, die Landkreise Saarlouis sowie der Regionalverband Saarbrücken. Zentrale Inhalte waren die Darstellung des touristischen Angebotes für Menschen mit Höreinschränkung und die Identifikation von weiterem Entwicklungspotential und Kooperationspartnern.
 
Ergebnisse der Projektgruppen
 
Hörinsel Saarlouis:
Die Tourismusinformation in Saarlouis ist bereits seit längerem Netzwerkpartner und am weiteren Ausbau und der Gestaltung neuer Konzepte interessiert. „Der Fokus muss in Zukunft auf der Gewinnung neuer Partner zur Schaffung eines grundlegenden Angebots für Menschen mit Hörbeeinträchtigung liegen. Partner wie die KVS, das Aqualouis, das städtische Museum und die Gästeführung Jeck konnten für das Projekt gewonnen werden“, fasst Joey Lühmann zusammen.
 
Hörinsel Homburg:
In Homburg und im Bliesgau haben diverse kulturelle Einrichtungen bereits Projekte für die Zielgruppe gestartet. „Wir konnten zukünftige Partner gewinnen und sie dazu bewegen, technische Hilfsmittel anzuschaffen“, erklärt Sarah Karst. Neben dem Saalbau und dem Hotel Euler, wo bereits konkrete Umsetzungsschritte geplant sind, zeigen auch weitere Kultureinrichtungen, wie die Stadtbibliothek, großes Interesse am Netzwerk. Zur Integration der Zielgruppe und Aufklärung werden kulturelle Angebote wie Choraufführungen, Theaterstücke oder Lesungen von, mit und für Höreingeschränkte empfohlen.
 
Hörinsel Saarbrücken:
Die Landeshauptstadt Saarbrücken punktet mit ihrer breiten Palette an Dienstleistungsangeboten. Ein Informationsvideo soll die Sensibilisierung für das Thema vorantreiben und Dienstleister im Umgang mit Höreinschränkung anleiten. „Der Vorteil des Videos liegt für uns darin, dass es auch außerhalb der Hörinsel und über die Grenzen des Saarlandes hinaus genutzt werden kann“, erklärt Theres Dannheim. Im Kreis der Betroffenen – die Projektgruppe stand in engem Kontakt mit diversen Hörgeschädigten-Plattformen – ist das Videokonzept bereits auf große Begeisterung gestoßen. Einer zukünftigen Umsetzung des Konzeptes steht demnach nichts im Wege. Auch Gastronomen haben bereits positiv darauf regiert. „Selbst ohne konkrete Kooperationszusagen können wir sagen: Das Interesse am Thema ist da, was nun fehlt ist Bewusstsein und der Impuls, auch aktiv zu werden“, resümiert die Studentin.
 
Grundlage zur Projektarbeit:
Seit 2016 entstehen im Saarland erste touristische Angebote bei denen Hörtechnik zum Einsatz kommt. Moderne Kommunikationsanlagen mit Kopfhörern und Induktionsschleifen blenden Geräusche aus und bieten damit echten Hörkomfort. Mittlerweile gibt es Museums- und Stadtführungen oder auch geführte Wandertouren bei denen FM-Anlagen eingesetzt werden, um schwerhörigen Menschen eine Teilnahme zu ermöglichen. Auch erste Unterkunftsbetriebe statten Zimmer mit hörunterstützender Technik aus. Mit Hilfe eines Förderprojektes des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr werden aktuell in allen Landkreisen FM-Anlagen angeschafft, sodass das Angebot ab Frühjahr 2018 erheblich erweitert wird. Das Internetportal www.hoeren.saarland ist eine einmalige Informationsplattform für Betroffene.
 
 
Carola Heimann
Projektleitung Netzwerk Hören
t +49 (0) 681 / 92720-3
heimann@tz-s.de
www.hoeren.saarland

 

Marcus Bauer
Projektleitung htw saar
t +49 (0) 681 / 5867 – 924
marcus.bauer@htwsaar.de

 

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